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Die Entnahme von Grundwasserproben mittels direct-push-Technik
mit dem CH-Direkt-System
Bei der vorgestellten Technik handelt es sich um ein temporäres Entnahmesystem.
Nach dem Abteufen einer Kleinrammbohrung (KRB) und Aufnahme des Schichtenprofiles,
wird die Entnahmetiefe für die geplante Grundwasserbeprobung festgelegt.
Bei ausreichenden Informationen über den Bodenaufbau kann auf die „Vorweg-Sondierung“
verzichtet werden.
Die CH-Direkt-Sonde wird mittels Bohrhammer (Wacker), oder mastgeführt mit der Bohr-
anlage, bis in die gewünschte Tiefe eingerammt. Nach Erreichen der gewünschten Ziel-
tiefe, - bisher max. 35,0 m u.GOK-, wird ein PE-Entnahmeschlauch mit Rückschlagventil
eingeführt. Schnelle Auf- und Abwärtsbewegungen nutzen die Trägheit der zu fördernden
Wassersäule aus. Das Grundwasser steigt dann im Entnahmeschlauch nach oben. Die
Pumpleistung wird in der Regel durch eine Schlauchquetschpumpe unterstützt.
Je nach Anforderung kann das geförderte Grundwasser durch eine Durchflusszelle geleitet
werden. Damit besteht die Möglichkeit die Vor-Ort-Parameter (pH, Lf, T, O2) zu messen und
aufzuzeichnen. Hat sich dann eine Konstanz der Parameter eingestellt, erfolgt die Probe-
nahme.
Auf die Durchflusszelle kann u.U. verzichtet werden. Die Probenahme erfolgt dann nach dem
Erreichen von organoleptisch gleichmäßigen Verhältnissen.
Nach den bisherigen Erfahrungen gab es bis zu einem Flurabstand von 30,0 m keine Probleme eine Grundwasserprobe nach oben zu fördern.
Die Probenahme erfolgt grundsätzlich nach dem Erreichen der Zieltiefe. Dabei wird im
Anschluss an die Probenahme das Gestänge um einen Betrag von mehreren Metern nach
oben gezogen. In der dann erreichten Tiefe erfolgt die nächste Probenahme. Nach Durch-
führung dieses Verfahrens an mehreren Ansatzpunkten, entsteht ein dreidimensionales
Bild des Untersuchungsgebietes.
Das Entnahmesystem eignet sich, aufgrund der geringen Kosten, besonders zur Erkundung
von Schadstofffahnen (z.B. CKW, MKW).
Je nach Anforderungen kann ein offenes oder geschlossenes Filtersystem eingesetzt werden.
Bei Entnahmetiefen über 5 m reicht die Schlagenergie eines üblichen Bohrhammers
(Wacker o.ä.) nicht mehr aus. Das Einrammen der Sonde erfolgt dann mit dem entsprechend
stärkeren, mastgeführten, hydraulischen Bohrhammer der Bohranlage.
Unter Umständen müssen, um die Zieltiefen zu erreichen, Auflockerungsbohrungen durchgeführt werden. Es kommen dann Vollbohrschnecken DN 84 mm zu Einsatz.
Abmessungen der gw-Direct-Sonde (offenes System):
- Außendurchmesser 36 mm
- Innendurchmesser Gestänge 10 mm
- Filterlänge variabel, zwischen 680 – 100 mm
- max. Entnahmetiefe bisher 35,0 m
Im Feruar 2005 haben wir mit dem gw-Direct-System erfolgreich an einem Forschungs-
projekt der TU Berlin teilgenommen. Die Ergebnisse wurden im Mai 2005 veröffentlicht.
Seit Dezember 2008 steht auch das CH-Direkt-System als vollständig geschlossenes
Grundwasserentnahmesystem zur Verfügung. Es handelt sich dabei um ein sehr robustes
System, mit dem auch große Zieltiefen erreicht werden können. Im jetzigen Stadium haben
wir 20-40 m sicher erreicht. Es ist jedoch geplant auch Tiefen von über 40 m zu erreichen.
Das System wird geschlossen auf die Zieltiefe gerammt. In der gewünschten Tiefe kann
das Filterelement ausgefahren werden. So wird der Kontakt des Filterelementes mit möglichen Kontaminationen auf dem Weg nach unten ausgeschlossen.
Die Entnahme des Grundwassers erfolgt wie bei gw-direct, in Abhängigkeit vom Flur-
abstand und der Art der Kontamination mit einem Rückschlag-Ventil oder einer Saug-
pumpe. Die drückende Entnahmetechnik mittels Rückschlagventil, wird nach dem
manuellen „Anpumpen“ maschinell, durch eine entsprechende Mechanik unterstützt.
Nach der Entnahme der Grundwasserprobe kann das Bohrloch mit einer Ton-Zement-
Suspension verpresst und verschlossen werden. Dazu wird ein Stopfen aus dem Filter-
element entfernt, das Verpressen kann dann direkt über das Gestänge oder über einen
Verpressschlauch erfolgen.
Das sichere Abdichten ist beim Durchteufen von Geringleitern oder Grundwassersperren
sehr wichtig, um keine dauerhaften, hydraulischen Kontakte herzustellen.
Abmessungen des CH-Direkt-System:
- Außendurchmesser im Filterbereich 50 mm
- Außendurchmesser Gestänge 40 mm
- Innendurchmesser Gestänge 20 mm
- Filterlänge variabel, zwischen 680 – 100 mm
- max. Entnahmetiefe bisher 20-40 m, Zieltiefen von über 40 m sind geplant


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